Ausstellung

Faszinierende Entdeckungen aus dem Depot

Auf Lager

Das Museum besitzt eine vielfältige Sammlung von rund eintausend Werken der Malerei und Kalligrafie aus den Ländern Ostasiens. Häufig kommen im Depot unerwartete Schätze ans Licht, denn Teile der Sammlung sind wenig erschlossen. Anfang 2020 begann das Team des MOK eine Malerei-Inventur; die Ausstellung Kunst auf Lager – Faszinierende Entdeckungen aus dem Depot präsentiert die ersten Schätze, die hierbei geborgen wurden.

Die monumentale Herbstlandschaft am Beginn der Ausstellung lädt ein in die Welt der chinesischen Literaten. Der berühmte Maler Wen Zhengming (1470–1559) setzt die Rückenfigur des eleganten Gelehrten in den Vordergrund. Der Blick folgt dem Wanderer in das Bild. Hinter ihm türmt sich ein aus der Vogelperspektive gesehenes, abenteuerliches Felsmassiv mit mysteriösen Nebelzonen und rauschendem Wasserfall. Die Ausführung der nass-in-nass lavierten Felsen und der Vegetation, aber auch die elegante Linienführung der Gewandfigur sind von hervorragender Qualität. 1965 schenkte Hans-Jürgen von Lochow dem MOK dieses Bild. Mit einer Höhe von fast vier Metern, konnte es vor der Eröffnung des Neubaus 1977 nie komplett gesichtet werden. So geriet das durch Wasserschäden beeinträchtigte Werk in Vergessenheit.  Umfangreiche wissenschaftliche Recherchen sind notwendig, um seine Echtheit sicher zu bestätigen. Sodann bedarf es einer Restaurierung und Neumontierung.

Auch die drei monumentalen Hängerollen des japanischen Modernisten, Malers, Dichters und Kalligrafen Uchiyama Ukai (1907–1983) waren noch nie ausgestellt. Der Künstler schenkte sie der Stadt 1965 nach einer Ausstellung im Kunsthaus Lempertz. Das ungewöhnliche Format des Köln-Panoramas wirkt wie eine überdimensionierte Querrolle, die auf eine Wand projiziert wurde. Uchiyamas exzentrische Kalligrafie korrespondiert mit den gestischen „Ein-Zeichen-Bildern“ des japanischen Avantgarde-
Künstlers Inoue Yuichi (1916–1985). Seine Werke waren Anfang der 1960er Jahre in der Galerie Rudolf Zwirner in Köln ausgestellt. Die abstrakte Kunst und das Informel der 1950er und 1960er Jahre weckten die Sensibilität für die Tuschmalerei und Kalligrafie. Die westlichen Künstler ließen sich von der japanischen Kunst und dem Zen-Buddhismus inspirieren.

Sechzehn Luohan nach Guan Xiu (832–912) Blatt 1–11 von 16, Steinabreibungen, Papier, Zinnober, <br />Nachschnitte, 1757

Uchiyamas Gedicht leitet zu den berühmten Buddha-Jüngern des Mönchsmalers
Guan Xiu (832–912) über. 1757 ließ der Qianlong-Kaiser Steinschnitte seiner Gemäldeserie zu den Sechzehn Luohan fertigen. Die hier ausgestellten zinnoberroten Abreibungen stammen von diesen Stelen.

Als Wiederentdeckung und Neuentdeckung präsentiert sich das Kapitel zur chinesischen Malerei des 20. Jahrhunderts. Die Bilder geben Einblicke in die Schnittstellen zwischen chinesischer Tradition und westlich inspirierter Moderne. Sie zeugen von dem Einfluss, den der Kolonialismus auf die Entwicklung der chinesischen Malerei im 20. Jahrhundert ausübte.

Unterstützt von

Fördererkreis des Museums für Ostasiatische Kunst Köln

Orientstiftung zur Förderung der Ostasiatischen Kunst

 

Alle Abbildungen:
Rheinisches Bildarchiv Köln, Marion Mennicken

Ausstellung

Trunken an Nüchternheit weiter

Ausstellung

100 Ansichten des Mondes weiter

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag
11–17 Uhr
1. Donnerstag im Monat
11-22 Uhr (ausgenommen Feiertage)
am 1.1., 24., 25. und 31.12 eines jeden Jahres geschlossen
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Eintrittspreise

Ständige Sammlung mit Kabinettausstellung "Trunken an Nüchternheit. Wein und Tee in der chinesischem Kunst: € 7 / ermäßigt € 4

KölnTag jeden ersten Donnerstag im Monat: freier Eintritt für alle Kölnerinnen und Kölner (mit Nachweis) in die Ständige Sammlung
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Anfahrt

Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahn Linien 1 und 7 sowie Bus Linie 142 bis Haltestelle „Universitätsstraße“
Parkplatz am Museum
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Barrierefreiheit

Das Museum ist Barrierefrei. Behindertentoilette vorhanden.
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Museum für
Ostasiatische Kunst Köln
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