Lotos im Wind, Hängerolle, Farben und Gold auf Seide, Yuan-Dynastie, 13.–14. Jh., Museum für Ostasiatische Kunst Köln ©RBA

Sammlung

Die chinesische Sammlung

Schwerpunkte bilden die archaischen Sakralbronzen mit berühmten Meisterwerken (ca. 1500 v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr.), außerdem chinesische Frühkeramik (ca. 3000 v. Chr. bis 13. Jh.) sowie Porzellan der Ming- und Qing-Dynastien (15. bis 19. Jh.). Das Museum besitzt auch hervorragende Beispiele buddhistischer Steinskulptur des 6. Jhs und Holzplastik des 11. und 12. Jhs. Monochrome Tuschmalerei und Kalligrafie der Literatenkünstler sowie die von Berufskünstlern in professionellen Ateliers geschaffene Auftragsmalerei sind ein weiterer wichtiger Sammlungskomplex. Daneben beherbergt das Museum hervorragende Beispiele chinesischer Lackkunst, Jadearbeiten, Textilien, Teppiche sowie klassischer chinesischer Möbel des 17. und 18. Jhs.

Schwerpunkte

Frühkeramik und Bronzekunst
Zwei Eierschalenbecher, dünn ausgedrehter, schwarzer Ton, H: 21,2 cm, und 19,7 cm, Longshan-Kultur, 3. bis 2. Jt. v. Chr., Provinz Shandong, Museum für Ostastaitische Kunst Köln, Dauerleihgabe Sammlung Ludwig, © RBA
Vorratsgefäß vom Typ guan, rötlicher Ton mit schwarzer und dunkelroter Kaltbemalung, H. 40cm, Provinz Gansu, Yangshao Kultur, 2600–2300 v. Chr., Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Zeremonialaxt vom Typ yue, Bronze, H. 35 cm, Shang-Dynastie, 13. Jh.v.Chr., Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Weingefäß vom Typ Fangyi, Bronze, H.: 22,5 cm, Shang-Dynastie, 12.–13. Jh, v. Chr., Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Neun Bronzeglocken, Bronze, H: 25,5 bis 60,6 cm, Späte Westl. Zhou-Periode bis frühe Frühling- und Herbst-Periode, 8. Jh. v. Chr., Museum für Ostasiatische Kunst Köln, Dauerleihgabe Sammlung Ludwig, © RBA
Die Neun Bronzeglocken werden 1999 im Depot des MOK angeschlagen.

Die Sammlung umfasst neben Irdenware, Protoporzellan und Steinzeug mit Ascheglasuren auch bleiglasierte Grabkeramik (mingqi). Diese kam vor der Zeitenwende in Mode und fand ihren Höhepunkt in den monumentalen Plastiken von Pferden und Kamelen der Tang-Dynastie, die durch Leihgaben der Ludwig Stiftung eindrucksvoll repräsentiert sind. Auch echtes weißes Porzellan aus den nordchinesischen Ding- und Xingöfen des 9. Jhs sowie nördliches und südliches Seladon des 10. bis 13. Jhs und schließlich das Yingqing Porzellan als Vorläufer der Waren aus Jingdezhen sind in der Sammlung gut vertreten.

Die in einem aufwändigen Modelverfahren gegossenen Bronzen der Shang- bis Han-Dynastie (15. Jh. v. Chr. – 2. Jh. n. Chr.) zeugen mit ihrem feinteiligen Reliefdekor von Monster- und Tiermasken von höchster technischer Perfektion. Hans-Jürgen von Lochow, der als Eisenbahningenieur zwischen 1921 und 1955 in China lebte, erwarb seine fantastische Sammlung bei dem nach Beijing emigrierten Kunsthändler Otto Burchard (1893-1965). Mit Genehmigung von Ministerpräsident Zhou Enlai durfte von Lochow seine Kollektion 1955 nach Deutschland ausführen. Bei den Sakralbronzen handelt es sich um Opfergefäße für Speisen, Wasser und Wein, die zur Befriedung der Geister im Ahnentempel benutzt wurden. Sie dienten aber auch als Grabbeigaben, vermutlich um die hohe soziale Stellung ihrer Besitzer im Jenseits kund zu tun. Allerhöchsten Luxus dürfte der einzigartige Satz von Bronzeglocken des 8. Jhs v. Chr. aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig zur Schau gestellt haben.

Buddhistische Skulpturen
Steinstele mit Zwillingsbodhisattvas, Marmor, H: 94,5 cm, Nördliche Qi-Dynastie (550–577), Provinz Hebei, Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Bodhisattva Guanyin, Marmor mit Resten von Bemalung, H: 96 cm, Nördliche Qi-Dynastie (550–577), Provinz Hebei, Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Buddha Shakyamuni, Marmor mit Resten von Bemalung, H: 65,6 cm, Sui-Dynastie (581–618), Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Laojun, Kalkstein, H: 56 cm, Tang-Dynastie, spätes 7. bis frühes 8. Jh., Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Wasser-Mond Guanyin, Holz, farbig gefasst, H: 109,9 cm, späte Song- bis Ming-Dynastie, 13. bis 14. Jh., Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Kashyapa, Zwei Schüler des Buddha, Bronze, vergoldet, H: 111 cm, Ming-Dynastie, Chongzhen-Periode (1628–1644), Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Ananda, Zwei Schüler des Buddha, Bronze, vergoldet, H: 111 cm, Ming-Dynastie, Chongzhen-Periode (1628–1644), Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Himmelskönig, Marmor, H: 122 cm, Tang-Dynastie, 9. bis 10. Jh., Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA

Der Buddhismus erreichte China im 1. Jh. n. Chr. Die buddhistische Skulptur und Plastik wurde in mehreren Phasen durch Einflüsse aus Indien und Zentralasien geprägt. Die Zeit des 6. bis 8. Jhs, in der neue indische Einflüsse nach China gelangten, ist durch zwei bedeutende Marmorskulpturen der Nördlichen Qi-Dynastie (550–577) vertreten. Die griechisch-zentralasiatischen Einflüsse des 7. bis 8. Jhs mit ihrer westlich inspirierten Betonung des plastischen Körpers kommen in der überaus seltenen Kalkstein-Skulptur der daoistischen Gottheit Laojun des 7. Jhs zur Anschauung. Ab dem 11. Jh. dominieren Holzskulpturen weicherer Formensprache; der Liao-zeitliche Bodhisattva Guanyin der Sammlung Ludwig ist ein hervorragendes Beispiel. Die im frühen 17. Jh. im Auftrag des Kaiserhofs entstandenen Bronzeplastiken der beiden Lieblingsschüler des Buddha haben erst durch die Entdeckung der kaiserlichen Inschrift die ihnen gebührende Wertschätzung erfahren. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums erwarb das Museum 2009 die mit feinen Details gearbeitete Marmorskulptur eines Himmelskönigs in dynamischer Pose, der zu den wenigen erhaltenen Beispielen dieser für den Schutz der buddhistischen Welt zuständigen Wächtergottheiten zählt.

Malerei und Schreibkunst
Porträt des General Mingliang, Hängerolle, Tusche und Mineralfarben auf Seide, 91,5 x 147,5 cm, Qing-Dynastie, datiert 1776, Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Lotos im Wind, Hängerolle, Farben und Gold auf Seide, 140 x 90 cm, Yuan-Dynastie, 13.–14. Jh., Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Chrysanthem, Bada Shanren (1626–1705), Albumblatt, Tusche auf Papier, 22,5 x 28,5 cm, Qing-Dynastie, datiert 1692, Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA
Zhao Mengfu (1254–1322), Brief an den Ministerpräsidenten Xuanwei, Querrolle, Tusche auf Papier, 28 x 47 cm, Sammling Götze, Museum für Ostasiatische Kunst Köln, © RBA

Der Bestand an Malerei und Schreibkunst (Kalligrafie) der Song- und Yuan-Dynastie (11.–14.Jh.) sowie der Ming- und Qing-Dynastie (15. – fr. 20. Jh.) gibt Einblick in die verfeinerte Ästhetik der Gelehrten- und Beamtenelite. Die Literaten „schrieben“ ihre Bilder mit kalligraphischem Pinselstrich. Nach ihrer Auffassung waren monochrome Tuschmalerei und Schreibkunst eng miteinander verwandt; im Pinselduktus äußerte sich die Persönlichkeit des Künstlers. Die professionellen Maler führten dagegen Auftragsarbeiten aus; gefällige Motive, leuchtende Farben und ein realistischer Stil waren am Kaiserhof, aber auch bei den reichen Kaufleuten gefragt. Dank der Restaurierungen von mehr als 30 Gemälden, die das Kölner Museum 2006 im Shanghai Museum in Auftrag gab, konnte die Sammlung professioneller Malerei des 16. bis 19. Jhs bedeutende Zuwächse verzeichnen.

Neben Malerei und Kalligrafie zählten Keramik und Porzellan traditionell zu der Kategorie von Objekten, die am Kaiserhof und in der Oberschicht als Kunst gesammelt wurden. Das Kaiserliche Porzellan des 18. Jhs ist in der Kölner Sammlung gut vertreten, darunter einzigartige Stücke der Sammlung Ludwig, wie der Wassertropfer in der Form von Pilzen der Unsterblichkeit, von dem kein weiteres Exemplar bekannt ist. Die Porzellansammlung des Museums veranschaulicht das gesamte Spektrum der Dekortechniken, von der Unterglasurmalerei in Kobaltblau und Kupferrot bis zu der Entwicklung der Dekore in Überglasuremailfarben.

Sammlung

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag
11–17 Uhr
1. Donnerstag im Monat
11-22 Uhr (ausgenommen Feiertage)
am 1.1., 24., 25. und 31.12 eines jeden Jahres geschlossen
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Eintrittspreise

Ständige Sammlung mit Kabinettausstellung "Trunken an Nüchternheit. Tee und Wein in der chinesischen Kunst": € 7 / ermäßigt € 4

KölnTag jeden ersten Donnerstag im Monat: freier Eintritt für alle Kölnerinnen und Kölner (mit Nachweis) in die Ständige Sammlung und in die Kabinettausstellung "Trunken an Nüchternheit"
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Anfahrt

Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahn Linien 1 und 7 sowie Bus Linie 142 bis Haltestelle „Universitätsstraße“
Parkplatz am Museum
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Barrierefreiheit

Das Museum ist Barrierefrei. Behindertentoilette vorhanden.
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Museum für
Ostasiatische Kunst Köln
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50674 Köln
Kasse 0221.221-28617
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