Ausstellung

100 Ansichten des Mondes

Japanische Farbholzschnitte von Tsukioka Yoshitoshi

26. Februar bis 27. Juni 2021

Ab Ende Februar 2021 präsentiert das Museum für Ostasiatische Kunst die 100 Ansichten des Mondes von Tsukioka Yoshitoshi (1839-1892).

Yoshitoshi war der letzte große Holzschnittkünstler in der Tradition des japanischen Ukiyo-e,  und die 100 Ansichten des Mondes gelten als seine größte Schöpfung. Die Serie lässt die Geschichte und die Mythologie des alten Japan lebendig werden. In allen Drucken spielt der Mond eine prominente Rolle, manchmal ist er deutlich zu erkennen, manchmal wird auf ihn nur in den schönen Gedichten der Textkartuschen verwiesen.

In seinen frühen Jahren wurde Yoshitoshi unverkennbar durch seinen Lehrer, den berühmten Utagawa Kuniyoshi (1798-1861) beeinflusst. Im Laufe der Jahre entwickelte er seinen eigenen Stil und schuf ein vielfältiges Werk, das durch emotionale Tiefe und fantasievollen Einfallsreichtum gekennzeichnet ist. Yoshitoshi ist auch für seine Entwürfe blutiger und grausamer Szenen bekannt. Wegen des charakteristischen Stils seiner dramatischen Linien und brillanten Farbgebung wurde er von seinen Zeitgenossen als größter Meister seiner Epoche angesehen.

Yoshitoshi wuchs in einer Periode politischer Umbrüche auf. Um nicht von den westlichen Mächten kolonisiert zu werden, musste sich Japan, das sich über Jahrhunderte von der Außenwelt abgeschottet hatte, modernisieren. Der Übergang von dem alten Feudalsystem zu der neuen Regierung erfolgte 1868, als Yoshitoshi 29 Jahre alt war. Der Wechsel brachte vielfältige gesellschaftliche Veränderungen mit sich. Nicht nur Politik, Wissenschaft, Philosophie, Militär und Technologie, sondern auch ästhetische Konzepte und Mode wurden aus dem Westen übernommen. Obwohl sich Yoshitoshi dafür interessierte, war er besorgt, dass die Regierung die japanische Kultur und Tradition über Bord warf. In seiner Mondserie, die er in dieser Periode schuf, knüpft er deshalb an die traditionelle japanische Kultur, Folklore und Literatur an, die damals für viele einen hohen Stellenwert besaßen.

Die Themen der Drucke variieren und reichen von historischen Figuren wie der Schriftstellerin und Hofdame Murasaki Shikiu sowie Kriegsherren wie Takeda Shingen und Toyotomi Hideyoshi bis zu mythischen Wesen und Szenen des klassischen japanischen Theaters.

Fujiwara Yasumasa spielt Flöte bei Mondschein, aus der Serie „Hundert Ansichten des Mondes“ von Tsukioka Yoshitoshi (1839-1892), Farbholzschnitt, oban Tryptichon 114 x 75 cm, Japan, 1883 <br /> © Nihon no hanga Amsterdam

Das Triptychon „Fujiwara Yasumasa spielt bei Mondschein Flöte“ bildet den Höhepunkt der Ausstellung und gilt als Yoshitoshis herausragendes Meisterwerk. In dem Druck sehen wir den Aristokraten Fujiwara Yasumasa, der im Schein eines beeindruckenden Vollmonds Flöte spielt. Hinter ihm, versteckt zwischen den Gräsern, die sich im heftigen Wind bewegen, der Bandit Hakamadare Yasusuke, der einen Angriff plant. Verzaubert von Yasumasas Flötenspiel, lässt er von seinem Vorhaben ab.

Neben den japanischen Farbholzdrucken umfasst die Ausstellung auch andere Objekte wie Netsuke sowie Metall- und Lackarbeiten der museumseigenen Sammlung, die sich alle auf die japanische Mond-Kultur beziehen.

Unter Sammlern sind die 100 Ansichten des Mondes sehr gefragt. Doch ist es außerordentlich selten, die komplette Serie in hervorragendem Erhaltungszustand in einer einzigen Sammlung zu finden. Die im Museum für Ostasiatische Kunst präsentierte Serie zählt weltweit zu den besten bekannten Exemplaren und wird in der berühmten Sammlung des Museums für japanische Druckkunst Nihon no Hanga in Amsterdam aufbewahrt.

Unterstützt von

Fördererkreis des Museums für Ostasiatische Kunst Köln

Orientstiftung zur Förderung der Ostasiatischen Kunst

 

Kampagnenmotiv und Werkabbildungen
© Nihon no hanga, Amsterdam

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Dienstag bis Sonntag
11–17 Uhr
1. Donnerstag im Monat
11-22 Uhr (ausgenommen Feiertage)
am 1.1., 24., 25. und 31.12 eines jeden Jahres geschlossen
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Das Museum ist Barrierefrei. Behindertentoilette vorhanden.
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