Ausstellung

Geschichten erzählen!

Szenen und Motive aus der japanischen Literatur

Japan besitzt eine reiche Tradition an historischen und phantasievollen Geschichten und Romanen (monogatari). Sie enthalten Prosapassagen einer mehr oder weniger kontinuierlichen Handlung sowie zahlreiche Gedichte. Die monogatari haben sich in textlicher, aber auch in illustrierter Form, zum Beispiel in bebilderten Querrollen (emakimono) erhalten. In den traditionellen Künsten Japans werden auf Stellschirmen, Fächern, Hängerollen, Lack- oder Metallobjekten auch szenische Darstellungen aus den Romanen sowie symbolhafte Motive der Erzählungen als Dekore dargestellt.

Zu den bekannten Erzählungen zählen die im frühen 10. Jh. entstandenen „Geschichten von Ise“ (Ise-monogatari), die neben den Liebesabenteuern des Dichters Ariwara no Narihira den Aufstieg der mächtigen Fujiwara-Familie beschreiben. Der Text enthält in 125 Abteilungen die Handlung lose verbindende Prosapassagen und über 200 waka-Gedichte. In der Ausstellung dekorieren Szenen aus dem Ise-monogatari einen Vogelbauer und ein Schwertstichblatt.
Die im 14. Jh. entstandenen „Erzählungen von den Heike“ (Heike-monogatari), in dem der historische Machtkampf zwischen zwei japanischen Familien, den Taira und Minamoto geschildert wird, sind in der Japan-Galerie auf einem Stellschirm zu bewundern.
Besonders berühmt ist die im 11. Jh. von der Hofdame Murasaki Shikibu verfasste „Erzählung des Prinzen Genji“ (Genji-monogatari). Szenen des Genji-Romans sind in den beiden gezeigten Holzschnittbüchern oder auf dem Dekor eines Muschelspielkastens und einer Nackenstütze zu sehen.

Romane und bebilderte Querrollen dienten auch als Anregung für den japanischen Comic (manga) und für Zeichentrickfilme (anime). Die „Erzählung des Prinzen Genji“ zum Beispiel wurde von der Zeichnerin Waki Yamato 1980 als Manga unter dem Titel „Geben wir uns nicht oberflächlichen Träumereien hin“ (Asaki yumemishi) für junge Mädchen adaptiert, eine Anime-Verfilmung wurde 2009 unter dem Titel „Das tausendjährige Journal der Erzählungen des Prinzen Genji“ (Genji Monogatari Sennenki) in Serie im Fernsehen gezeigt.
Eine bereits vergriffene deutsche Ausgabe des Manga Asaki yumemishi, die die romantische, komikhafte Umsetzung des Genji-Stoffes verdeutlicht, ist ebenfalls in der Japan-Galerie zu sehen.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag
11–17 Uhr
1. Donnerstag im Monat
11-22 Uhr
Montag geschlossen
Von Weiberfastnacht bis Karnevalsdienstag geschlossen
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Eintrittspreise

Ständige Sammlung, Teilöffnung:
€ 3,50 / ermäßigt € 2
Freier Eintritt in die Ständige Sammlung  für Kölner Kinder bis 18 Jahre, alle Schülerinnen und Schüler (inkl. 2 Begleitpersonen je Schulklasse), KölnPass-Inhaberinnen und -Inhaber, Geburtstagskinder mit Wohnsitz Köln am Tag ihres Geburtstages.
KölnTag am 1. Donnerstag im Monat (ausgenommen Feiertage): Freier Eintritt für alle Kölnerinnen und Kölner.
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Anfahrt

Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahn Linien 1 und 7 sowie Bus Linie 142 bis Haltestelle „Universitätsstraße“
Parkplatz am Museum
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Barrierefreiheit

Das Museum ist Barrierefrei. Behindertentoilette vorhanden.
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